DORA 2026: Neue Anforderungen für SAP-Landschaften
Die DORA-Verordnung von 2026 bringt umfassende neue Anforderungen an SAP-Landschaften mit sich. Unternehmen müssen sich anpassen, um Compliance sicherzustellen.
Die geplante Verordnung DORA (Digital Operational Resilience Act) wird ab 2026 anwendbar sein und erhebliche Veränderungen für Unternehmen, die SAP-Lösungen nutzen, mit sich bringen. Diese neuen Anforderungen zielen darauf ab, die digitale Betriebsresilienz zu stärken. Insbesondere in einer Zeit, in der Cyberangriffe immer raffinierter und häufiger werden, ist es entscheidend, sich darauf vorzubereiten, wie bestehende SAP-Systeme diesen Anforderungen gerecht werden können.
1. Risikomanagement im Fokus
Unternehmen werden verpflichtet, ein umfassendes Risikomanagement zu implementieren. Dies erfordert eine detaillierte Risikoanalyse aller digitalen Prozesse und Systeme. Für SAP-Landschaften bedeutet das eine gründliche Prüfung bestehender Sicherheitsprotokolle und Abläufe. Man könnte sagen, dass die Zeit des „Das haben wir schon immer so gemacht“ endgültig vorbei ist.
2. Notfallpläne und Wiederherstellungsstrategien
Die Verordnung schreibt die Entwicklung robuster Notfallpläne vor, die im Falle eines Vorfalls umgesetzt werden müssen. Hierbei sind vor allem Wiederherstellungsstrategien relevant, die schnell und effizient greifen müssen. Für Unternehmen bedeutet das, dass sie ihre SAP-Anwendungen nicht nur regelmäßig sichern müssen, sondern auch die Wiederherstellung in einem realistischen Zeitrahmen proben sollten.
3. Stärkung der IT-Sicherheitsarchitektur
DORA verlangt eine verstärkte IT-Sicherheitsarchitektur, die alle digitalen Systeme umfasst. SAP-Nutzer müssen sich fragen, ob ihre derzeitige Sicherheitsinfrastruktur den neuen Standards entspricht. Einfache Firewalls könnten bald nicht mehr ausreichen, um die Ansprüche der Regulierung zu erfüllen.
4. Lieferkettenrisiken erkennen
Ein zentraler Punkte dieser Verordnung ist die Berücksichtigung von Risiken in der Lieferkette. Der Anspruch ist, dass Unternehmen auch die Resilienz ihrer Dienstleister und Partner bewerten, besonders wenn diese mit SAP-Systemen arbeiten. Hier gilt es, nicht nur die eigenen Systeme zu prüfen, sondern auch die der Partner – was sich als aufwändig erweisen kann.
5. Audit und Überwachung
DORA wird Unternehmen dazu zwingen, regelmäßige Audits und Überwachungen durchzuführen, um die Einhaltung aller Vorschriften nachzuweisen. Für SAP-Umgebungen bedeutet dies, dass Prozesse dokumentiert und Prüfpfade erstellt werden müssen. Hier sind gute Dokumentationspraktiken gefordert und es kann zu einer kleinen Renaissance der Bürokratie führen, die viele mit gemischten Gefühlen betrachten.
6. Schulungen und Bewusstseinsbildung
Die Schulung der Mitarbeiter wird ein zentrales Element zur Sicherstellung der Anforderungen von DORA sein. Die Verordnung schreibt vor, dass alle Mitarbeiter, die mit SAP-Systemen arbeiten, über die neuesten Sicherheitsrichtlinien informiert werden müssen. Die Etablierung einer Sicherheitskultur kann nicht über Nacht geschehen und wird eine Herausforderung für viele Unternehmen darstellen.
7. Dokumentationspflichten
Schließlich gibt es die neuen Dokumentationspflichten. Unternehmen müssen alle Schritte, die zur Einhaltung der DORA-Anforderungen unternommen werden, lückenlos festhalten. Dies wird als eine der zeitaufwändigsten Anforderungen angesehen und könnte viele Unternehmen dazu zwingen, ihre Dokumentationsprozesse grundlegend zu überdenken.
Die kommenden Anforderungen durch DORA sind vielfältig und werden den Umgang mit SAP-Landschaften grundlegend verändern. Die Fähigkeit der Unternehmen, sich rechtzeitig anzupassen, wird entscheidend für deren digitale Zukunft sein.